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10 Praxis-Tipps: Panelanalyse in der Meinungsforschung

In leicht verständlicher Form geben im Rahmen der „10 Praxis-Tipps“ erfahrene Marktforscher ihr Wissen weiter.


Es geht dabei nicht um „Bedienungsanleitungen“, denn dafür wäre jede einzelne Aufgabenstellung viel zu komplex, sondern um Tipps und Anregungen aus der Praxis. Diese kompakte Zusammenstellung soll Einsteigern in ein neues Themengebiet eine Hilfestellung sein und Orientierung geben. Hier nun die Tipps von Dr. Joachim Allhoff, deutscher Sparkassenverlag:

10 Praxis-Tipps: Panelanalyse in der Meinungsforschung


1. Berücksichtigen Sie bereits bei der Planung von Panelumfragen Ausfälle von Teilnehmern
Im Rahmen von Paneldesigns können im Laufe mehrerer Umfragezeitpunkte eine erhebliche Anzahl von Befragten abspringen. Daher müssen diese Ausfälle bei der anfänglichen Stichprobengröße unbedingt berücksichtigt werden oder Ausfälle entsprechend nachrekrutiert werden, damit eine ausreichende Fallzahl für die Analyse zur Verfügung steht.

2. Um Aussagen über Trends auf individueller oder kollektiver Ebene machen zu können, sind mindestens drei Zeitpunkte nötig
Eine stabile Trendentwicklung lässt sich erst nach mindestens drei Erhebungswellen innerhalb eines Paneldesigns ablesen; besser sind aber mehr Wellen. Dies gilt sowohl für Panel- als auch für Trend-Umfragen.

3. Panelwellen sollten in regelmäßigen und gleichen Abständen erfolgen
Bei der Analyse von Paneldaten, ist es sinnvoll, die Befragungen in regelmäßigen und gleichen Abständen durchzuführen. So lassen sich die Ergebnisse einfacher und eindeutiger interpretieren.

4. Beobachten Sie mögliche externe Effekte in der Medienberichterstattung
Um die Panelergebnisse besser einschätzen zu können, sollten Medienberichte über inhaltlich relevante Ereignisse beobachtet werden. So lassen sich Veränderungen besser einschätzen.

5. Stellen Sie sicher, dass immer die gleiche Person teilnimmt
Unabdingbare Voraussetzung für ein Paneldesign ist es, dass immer die gleichen Personen teilnehmen. Nur so lassen sich individuelle Veränderungen bei einzelnen Personen zuverlässig analysieren. Dies muss in der Panelanalyse kontrolliert werden.

6. Fehlende Werte von Personen bei einzelnen Fragen können ersetzt werden
Auch wenn Befragte kontinuierlich an der Umfrage über alle Umfragezeitpunkte teilnehmen, werden doch nicht immer alle Fragen innerhalb einer Welle beantwortet. Um trotzdem möglichst hohe Fallzahlen für die Datenanalyse zu nutzen, können diese fehlenden Werte ersetzt werden. Eine einfache Möglichkeit stellt dabei der Austausch eines fehlenden Wertes durch den Mittelwert der Variablen zu dem jeweiligen Befragungszeitpunkt dar.

7. Kausale Effekte sind auf Personenebene messbar
Durch die zeitliche Abfolge der Panelumfragen lassen sich quasi-experimentelle Designs erstellen, in denen die Stichprobe in Versuchs- und Kontrollgruppen eingeteilt werden können. Bestimmte Ereignisse, die nur auf die Versuchsgruppe wirken, lassen sich so auf ihre Effekte überprüfen.

8. Gängige deskriptiven Analysetechniken bieten einen schnellen Überblick
Die üblichen univariaten Analyseverfahren können natürlich auch für die Panelanalyse verwendet werden. So können Häufigkeiten und Mittelwerte zu verschiedenen Messzeitpunkten als erste Analysen berechnet werden. Durch Kreuztabellierung können darüber hinaus Veränderungs- bzw. Haltequoten gemessen werden.

9. Nutzen Sie auch bivariate Korrelationen
Auch Korrelationen zwischen zwei inhaltlich identischen Variablen, die zu verschiedenen Zeitpunkten erhoben werden, können für die Panelanalyse genutzt werden. Hierbei müssen Sie aber unbedingt die völlig andere Interpretation dieser Koeffizienten beachtet. So werden bei dieser Art von Korrelationen nicht Zusammenhänge berechnet, sondern es handelt sich bei diesen Koeffizienten um Stabilitätsmaße. Diese Maße können sowohl zeitliche Stabilität als auch gleichmäßige, proportionale Veränderungen darstellen.

10. Gerichtete Effekte können durch Regressionen ermittelt werden
Neben Korrelationen können Sie auch gerichtete Effekte zwischen einer Variablen, die zum ersten Zeitpunkt und der gleichen Variablen, gemessen zu einem zweiten Zeitpunkt, berechnen. Aber auch hier müssen die standardisierten Regressionskoeffizienten – analog zu den Korrelationen – als Stabilitätsmaße interpretiert werden.

Diese zehn Punkte sind Bestandteil der 10-Praxis-Tipps-Serie, die regelmäßig von planung & analyse veröffentlicht wird. Die Serie wird herausgegeben von Dr. Gwen Kaufmann (planung & analyse) und Uwe Matzner (research tools).

Hier geht's zu den bisher erschienenen 10-Praxis-Tipps!

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