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Editor's Pick


35jähriges Jubiläum bei Imas

Aus diesem Anlaß veröffentlicht IMAS im Rahmen der monatlichen Trenddarstellungen demoskopische Ergebnisvergleiche, die in die 70er und 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurückleuchten.
 
Aus ihnen formt sich das Bild einer deutlich gewandelten Welt und einer Gesellschaft mit verändertem Wohlstand, aber auch verändertem Denken und Fühlen. Ziel der etwa monatlichen Trenddarstellungen ist es, die Richtung von Entwicklungen erkennbar zu machen und damit die Reaktionsfähigkeit auf den sozialen und wirtschaftlichen Wandel zu erhöhen.
 
Für viele Gesellschaftswissenschaftler steht fest: Zur politischen und wirtschaftlichen Behauptung eines Landes im Konzert der Nationen gehört es auch, daß sich die Bürger der Vorzüge ihres Heimatbereichs bewußt sind. Unter diesem Aspekt hat sich das IMAS bereits 1975 bei der Bevölkerung anhand einer Liste danach erkundigt, auf welche drei Dinge man als Österreicher besonders stolz sein könne. Als das am höchsten eingestufte Schaustück galten damals die Berge und Naturschönheiten. Erst nach großem Abstand wurden auch berühmte Musiker (wie Mozart, Haydn, Karajan), sowie die Skiläufer (wie z.B. Klammer, Moser-Pröll oder Schnabl) genannt.
 
Daran, daß die Österreicher auf ihre naturgegebenen landschaftlichen Schönheiten stolzer sind, als auf alles andere, hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten nichts geändert. Derzeit heben 53 Prozent in erster Linie diese Merkmale als die bedeutsamsten Imponierstücke der Republik hervor. Auf den weiteren Plätzen folgen gegenwärtig die berühmten Musiker (mit 39 Prozent) sowie die trotz ihrer politischen Gegenstandslosigkeit zu einem Mythos gewordene Neutralität (mit 35 Prozent).
 
Zurückgefallen auf den 4. Rang der nationalen Wertschätzung sind (mit einer Hinweisquote von 24 Prozent) unsere Skisportler (Raich, Götschl, Morgenstern etc). Alles in allem werden die Ski-Stars um eine Spur höher eingestuft als die Vorzüge unseres Essens, die „Wiener Küche“, unsere Gastfreundschaft, unsere Art zu leben und auch als die berühmten Bauten wie z.B. der Stephansdom oder das Kaiserschloß Schönbrunn.
 
Noch deutlich weniger als diese Vorzüge verbindet sich das nationale Selbstbewußtsein mit den Salzburger Festspielen, den Wiener Sängerknaben oder mit berühmten österreichischen Erfindern und Entdeckern.
 
Wenig zufriedenstellend ist es zweifellos, daß nur jeder zehnte Bewohner auch die Industrie und Wirtschaft sowie die Wiener Staatsoper zu den drei Dingen zählt, auf die man als Österreicher am allermeisten stolz sein kann. (Gleichauf mit dieser Bewertung ist die Spanische Hofreitschule).
 
Bei einem Trendvergleich mit der 1975 durchgeführten IMAS-Umfrage fällt auf, daß sich der Nationalstolz ausgerechnet bei solchen Merkmalen verstärkt hat, die eine gewisse Abgrenzung nach Außen bedeuten, nämlich unsere (besondere) Art zu leben, unsere Küche und die Neutralität. Es ist nicht völlig auszuschließen, daß die offenkundig starke Sehnsucht nach österreichischer Identität mit der Globalisierung zusammenhängt und eine Gegenreaktion auf die nivellierenden Tendenzen in Europa darstellt.
 
Weniger erklärungsbedürftig ist die vermehrte Hervorhebung unserer berühmten Musiker. Es kann als gesichert gelten, daß es sich hier um eine Spätfolge des Mozartjahres handelt.
 
Wie aus den Prozentsummen aller Nennungen hervorgeht, unterscheidet sich das nationale Selbstwertgefühl ein wenig nach Geschlecht, Alter und regionalen Bereichen. Demnach ist der Stolz auf Österreich bei den Männern etwas größer als bei den Frauen und bei Personen über 50 größer als in der mittleren und jungen Generation.
 
Unter regionalen Aspekten besteht ein West-Ostgefälle. Dies bedeutet, daß die Bewohner der Bundesländer Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg die Vorzüge Österreichs ungleich häufiger hervorheben, als es die Niederösterreicher, Burgenländer und insbesondere die Wiener tun.
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