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Deutsche greifen seltener zu Tabletten und Tropfen

Die Deutschen melden sich am Arbeitsplatz nicht nur immer seltener krank; sie benötigen offenbar auch immer weniger Arzneimittel. Diesen Schluss legen jedenfalls die Entwicklungen des letzten Jahres nahe: Der Pharma- & Gesundheitsmarkt verharrte 2006 mit einem Gesamtumsatz von 34,23 Mrd. Euro nur auf Vorjahresniveau; der Absatz lag mit 1,84 Mrd. Packungen um 2,6 Prozent unter dem Vorjahr.
 
Im Gesamtmarkt konnten die rezeptpflichtigen Produkte (Marktanteil Wert: 79,1 %) im letzten Jahr zwar noch ein geringfügiges Plus von 0,9 Prozent auf 27,1 Mrd. Euro verzeichnen. Der Grund dafür liegt allerdings in der seit 2004 gültigen Preisverordnung für die Abgabe rezeptpflichtiger Arzneimittel. Die Folge sind erhebliche Verteuerungen bei vorher preiswerten Produkten, die sich nun im Umsatz niedergeschlagen haben. Die Absatzentwicklung mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln dagegen war leicht rückläufig (-1,3 %). Deutlich stärker büßten indes die rezeptfreien Produkte ein: Umsatz und Absatz sanken jeweils um -3,2 Prozent auf 7,15 Mrd. Euro bzw. 1,22 Mrd. Packungen. Hier schlägt vor allem der massive fortgesetzte Rückgang der Kassenrezeptumsätze mit rezeptfreien Arzneimitteln zu Buche.
 
Rund drei Prozent Umsatzrückgang bei Selbstmedikation Aber die Verbraucher gaben auch weniger für freiverkäufliche Produkte zur Selbstmedikation aus: Sie kauften in Apotheken, dem Lebensmitteleinzelhandel (ohne Aldi) und Drogeriemärkten im Jahr 2006 OTC-Produkte im Wert von 5,7 Mrd. Euro und damit 2,9 Prozent weniger als 2005.
 
Eine erst im März 2006 einsetzende Erkältungswelle, die auch nicht so heftig ausfiel wie im Vorjahr, sorgte für einen geringeren Bedarf an Erkältungsmitteln, und dies konnte auch nicht durch Mehrumsätze aufgrund der relativ starken Heuschnupfen-Saison aufgefangen werden.
 
Besonders betroffen von diesen Entwicklungen waren die Apotheken als Hauptvertriebskanal für die Selbstmedikation (-3,3 %). Zuwächse wurden nur bei Rhinologika und Ophthalmologika sowie bei Substanzen gegen Gelenk- und Muskelschmerzen erzielt. Dagegen verbuchten der Lebensmitteleinzelhandel (exkl. Aldi) und Drogeriemärkte im Vergleich zum Vorjahr nahezu stabile Absätze (-0,6%) und Umsätze (-0,3 %).
 
Derzeit sind freiverkäufliche Arzneimittel im Durchschnitt 23 Prozent günstiger erhältlich als apothekenpflichtige rezeptfreie Produkte. Ein Blick auf die Entwicklung der Durchschnittspreise zeigt, dass sich die apothekenpflichtigen Arzneimittel in den letzten drei Jahren seit Änderung der Preisverordnung mit einem Wert von 8,30 Euro kaum verändert haben - obwohl die Preise ja auch für apothekenpflichtige rezeptfreie Arzneimittel frei kalkuliert werden dürfen. Die Preise der freiverkäuflichen Arzneimittel und vor allem der Nichtarzneimittel zeigen dagegen eine eher steigende Tendenz.
 
Quelle: ACNielsen; www.acnielsen.de

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