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Deutschland bewegt sich - Sport, Fitness und Wellness im Visier

Die Vorteile von regelmäßigem sportlichen Training sind heute allgemein bekannt und für große Teile der Bevölkerung enorm wichtig geworden. 25 Millionen Menschen treibt der Wunsch nach Gesundheit, Attraktivität und Aktivität in Gesellschaft in Sportvereine und 4,66 Millionen in Fitnessanlagen. Sport wird als persönliche Lebensbereicherung verstanden, als Steigerung der Lebensfreude. Die Menschen werden zunehmend gesundheitsbewusster und geben für die Erhaltung der körperlichen Fitness mehr Geld aus. Damit hat sich der Sport zu einer relevanten, wirtschaftlichen Größe entwickelt. Fast 40 Milliarden Euro geben die deutschen Haushalte jährlich dafür aus. Das sind mehr als drei Prozent der privaten Konsumausgaben. In Zeiten allgemeiner wirtschaftlicher Unsicherheit zählt die Fitnessbranche zu den krisenfesten Wirtschaftszweigen, denen auch künftig weiteres Wachstum bescheinigt wird. Für 51 Prozent der Männer und 46 Prozent der Frauen ist es wichtig, sich regelmäßig körperlich zu betätigen. Vor allem die unter 40-Jährigen treiben intensiv Sport. Je höher die berufliche Stellung, umso wichtiger wird der Erhalt der körperlichen Fitness. 27 Prozent der Berufstätigen nutzen ihre Freizeit unter anderem dazu, sich durch Sport für den Beruf fit zu halten.
 
Sport treiben Männer und Frauen vor allem, um Bewegungsmangel auszugleichen. Der zweitwichtigste Grund ist die Gesundheitsvorsorge. Fast die Hälfte der sportlich Aktiven nennen außerdem "Stressabbau" als Motiv. Mehr Frauen als Männer schätzen nach dem Sport das entspannte Wohlgefühl: Das Bewusstsein für die Bedürfnisse des eigenen Körpers ist bei Frauen in stärkerem Maße vorhanden. Männer lieben dagegen den Erfolg beim Kräftemessen mit anderen und schätzen das Gruppenerlebnis. Obwohl sich die Motive für den Freizeitsport auf den ersten Blick nur wenig voneinander unterscheiden, kristallisierten sich in einer Fit for Fun-Studie sechs verschiedene Sporttypen heraus:
Figurbewusste Luxuskonsumenten (4,29 Mio.) sind vorwiegend weiblich, 20-49 Jahre alt, gehören der Oberschicht an und leben zum größten Teil mit ihrem Partner zusammen. Sport und Wellness sind der Dreh- und Angelpunkt in ihrem Leben. Körperbewusstsein, geistige Anregung und Entspannung spielen eine gleichberechtigte Rolle. Training im Fitnessstudio, Gymnastik und Joggen gehören ebenso zu ihrem Leben wie mentales Training und die Nutzung von Wellness-Angeboten.
Körperbewusste Wohlfühl-Sportler (9,70 Mio.) sind eher weiblich, ab 40 Jahre, verheiratet und gehören vorwiegend der Mittelschicht an. Sport und die ausgeprägte Nutzung von Wellness-Angeboten stellen relevante Faktoren in ihrer ganzheitlichen Lebensphilosophie dar. Sie fungieren als Mittel zur Entspannung, als Bewegungsausgleich, zur Pfl ege und Gesunderhaltung. Auch im Bereich der Ernährung spiegelt sich das ausgeprägte Wellness-Bedürfnis wider.
Fun- und Aktivsportler (9,06 Mio.) sind eher jung, ledig, mit formal hoher Bildung. Die stark ausgeprägte Experimentierfreude, gepaart mit hoher Risikobereitschaft und dem Streben nach Leistung und Erfolg, zeigt sich nicht nur in regelmäßigen und vielfältigen Sportaktivitäten, sondern auch in ehrgeizigen berufl ichen Zielen. Das Gruppenerlebnis gehört zu ihrer sportlichen Motivation ebenso wie soziale Anerkennung. Dieser tendenziell männliche Typ möchte den Körper fit halten und legt viel Wert auf das äußere Erscheinungsbild.
Für Karriereorientierte Gelegenheits-Sportler (11,09 Mio.) steht der Job an erster Stelle. Sie sind überproportional in der Altersklasse 20 bis 49 Jahre vertreten, männlich, leben mit ihrem Partner zusammen und verfügen eher über ein durchschnittliches Einkommen. In ihrer Freizeit betreiben sie kaum sportliche Aktivitäten, obwohl sie darin einen Ausgleich zum beruflichen Stress sehen. Allgemein haben sie für Hobbys wenig Muße. Dafür gönnen sie sich gerne schöne Dinge und bezeichnen sich selbst als Genießer.
Die Vor-Fitness-Generation (11,99 Mio.) findet sich im Fitnesstrend nicht wieder. Sie verfügt über wenig sportlichen Ehrgeiz. Allenfalls ruhige Aktivitäten wie Wandern und Radfahren interessieren diese Gruppe. Dabei zeigt sie durchaus Gesundheitsbewusstsein, das sie im häuslichen Umfeld auslebt. Diesem Typ gehören insbesondere über 50-jährige Frauen an. Sie leben überwiegend mit einem Partner zusammen und verfügen über ein niedriges Einkommen. Tendenziell kämpft die Vor-Fitness-Generation mit Übergewicht.
Die Couch-Potatoes (10,35 Mio.) sind eher männlich, in jungen und mittleren Altersklassen, ledig. Sie gehören mehr der unteren Mittelschicht an. Sportliche, aber auch gesellige Aktivitäten sind nicht ihre Welt, genauso wenig wie die Nutzung von Wellness-Angeboten und eine gesundheitsbewusste Ernährung. Diese Gruppe zeichnet ein geringes Produktinteresse und eine geringe Werbeaufgeschlossenheit aus.
 
Sehr beliebte Sportarten sind Radfahren, Schwimmen und Wandern. Sie werden in jeder Altersphase ausgeübt. Von zehn Deutschen widmen sich sieben häufig oder gelegentlich in der Freizeit diesen eher ruhigen Sportarten. Zu einer Massenbewegung entwickelte sich das Laufen: Jeder Dritte beteiligt sich am Runningsport. Darüber hinaus kam in letzter Zeit besonders das Walking bzw. Nordic Walking in Mode. Gymnastik betreiben 28 Prozent - insbesondere Frauen halten sich durch die konventionellen Körperübungen fit. Auch asiatische Techniken gewinnen an Bedeutung: Yoga, Tai Chi, Qi Gong und Meditation verbinden eine gute körperliche Verfassung mit mentaler Fitness und Entspannung - und ziehen damit wieder vor allem Frauen an. Bei den eher männlich dominierten Sportarten überrascht, dass es in der Fußball-Nation Deutschland mehr Skifahrer (20 Prozent) als aktive Fußballspieler (15 Prozent) gibt. Teure und elitäre Hobbys wie Segeln, Surfen und Golf zählen erwartungsgemäß nicht zu den Massensportarten. Die zunehmende Individualisierung des Sports zeigt sich unter anderem auch am Zulauf bei Extremsportarten wie Free Climbing, Rafting oder Paragliding.
 
Bei den Fitness-Studios entwickelte sich der zu letzt negative Trend in 2004 zum Positiven. Die Branche konnte einen Kundenzuwachs von 6,4 Prozent verzeichnen. In 5.610 Anlagen wurde ein Netto-Jahresumsatz von 2,35 Mio. Euro erzielt - ein Plus von 5 Prozent gegenüber 2003. Der Trend zu gemischten Anlagen geht weiter. 84 Prozent aller Fitnessanlagen sind gemischte Studios, die gleichermaßen von Frau en und Männer besucht werden. Der Wellnesstrend ging in den letzten Jahren nicht an den Fitness-Studios vorbei. In allen Segmenten hat sich der Anteil der Wellnessfokussierten Anlagen erhöht. Bei anderen Anlagen gehören Wellnessangebote wie Sauna und Solarium ebenfalls zur Selbstverständlichkeit, immer häufiger wird auch Massage angeboten. Das Durchschnittsalter der Besucher der dominierenden gemischten Anlagen hat sich im Jahr 2004 von 34,9 auf 37 Jahre erhöht. Fitness ist auch in den Firmen ein Thema. In Großunternehmen sind betriebseigene Fitnessanlagen keine Seltenheit mehr. Für 3,7 Mio. Berufstätige besteht die Möglichkeit, an betrieblich organisierten Sport- bzw. Fitness-Gruppen teilzunehmen. In Aktiengesellschaften wird sogar jedem vierten Mitarbeiter ein solches Angebot unterbreitet Immer mehr Firmenchefs erkennen: Wer regelmäßig Sport treibt und sich richtig ernährt, fällt seltener wegen Krankheit aus.
 
Privater und beruflicher Erfolg lassen die Ansprüche an den eigenen Körper steigen. Durch den erhöhten Wettbewerbsdruck werden das gepflegte Äußere, Sportlichkeit und eine gute Figur von immer entscheidender Bedeutung. Für jeden Dritten ist es wichtig, schlank zu sein. Allerdings betreibt nur jeder Vierte aktiv Gesundheitsvorsorge, um die eigene Leistungsfähigkeit zu steigern. 24 Prozent der Bürger machen von Wellnessangeboten Gebrauch, wobei sich der Anteil der Intensivnutzer auf knapp 4 Prozent beschränkt. Wellness-Angebote sprechen Bevölkerungsgruppen an, die sich nach schneller, bequemer und langanhaltender Erholung sehnen. Beruflich eingespannte Menschen haben das Bedürfnis nach Wellness und Erholung. Ihnen bleibt im Alltag aber für die notwendige Entspannung wenig Zeit. Karriereorientierte arbeitsüberlastete Männer, mehrfach belastete Frauen, gut verdienende Best-Ager sowie die wachsende Gruppe gesundheitsbewusster Senioren sind Kernzielgruppen des Wellness-Marktes. Angesichts der Veränderung der Alterspyramide rückt das Thema Gesundheit verstärkt in das Bewusstsein der Bevölkerung. Allgemein wächst die Erkenntnis: Der Einzelne muss mehr Eigenverantwortung übernehmen, wenn er ein langes Leben bei guter Gesundheit wünscht. Zunehmend sind die Konsumenten bereit, vorbeugende Maßnahmen für Gesundheit und Wohlbefinden aus Eigenmitteln zu finanzieren. Wellness als angenehme Form der Gesundheitsvorsorge bleibt auch künftig gefragt.
 
Schon seit Jahren empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung die "natürliche Wellness" in Form von täglich (5mal) frischem Obst und Gemüse. Lediglich fünf Prozent der Bevölkerung folgt diesem Rat. Jeder Zweite nannte Zeitmangel als Hauptgrund der ungesunden Ernährung, zeigte aber eine hohe Bereitschaft zur Verwendung von Convenience-Produkten mit gesundheitlichem Zusatznutzen. Produkte, die zur gesunden Ernährung und Gewichtsabnahme beitragen oder auf die Schnelle konsumiert werden können, verzeichnen weltweit ein rasantes Wachstum und gelten als stärkste Wachstumstreiber der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Inzwischen bringt es der Markt für funktionelle Lebensmittel auf 1.400 Produkte aus 41 Warengruppen. Experten schätzen den Weltmarkt für Functional Food auf ca. 62 Mrd. Euro, davon allein 50 Prozent in den USA. In Deutschland beträgt der Markt 900 Mio. Euro. Europaweit liegt Deutschland mit einem jährlichen Pro-Kopf-Umsatz von 176 Euro auf Spitzenposition. Umfragen zufolge sind die Verbraucher bereit, für Wellness-Produkte bis zu 20 Prozent mehr auszugeben.
Quelle: FOCUS; www.focus.de

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