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Düstere Vision von Europa

Rund fünf Monate vor der Wahl zum Europaparlament blicken die Österreicher illusionslos und verdrossen nach Straßburg und Brüssel. Unter dem noch frischen Eindruck des gescheiterten EU-Gipfels in der Verfassungsfrage erwarten 43 Prozent der Erwachsenen, daß es in der EU künftig zwei Gruppen geben wird: Auf der einen Seite ein sogenanntes Kerneuropa mit Frankreich, Deutschland und einigen anderen westeuropäischen Staaten und auf der anderen Seite Spanien, Polen und einige kleinere Mitgliedsländer. 24 Prozent halten eine solche Spaltung für eher unwahrscheinlich. Österreich selbst sollte sich nach der Vorstellung von mehr als zwei Fünftel der Bevölkerung im Falle einer Spaltung an das "Kerneuropa" anlehnen. Knapp jeder Dritte tritt allerdings dafür ein, sich weder an die eine, noch an die andere Gruppe zu binden. Mit Polen und Spanien gehen möchten lediglich 4 Prozent der Österreicher.
 
Kennzeichnend für das Denken der Bevölkerung ist ansonsten die Überzeugung von 56 Prozent der Bürger, daß die großen Länder (wie Frankreich, Deutschland, England) bestimmen werden, was in der EU geschieht und die kleinen wenig zu sagen haben. 53 Prozent glauben, daß der Wohlstand innerhalb der EU auf lange Zeit hinaus unterschiedlich groß sein wird. 41 Prozent sind der Meinung, daß die Europäer zu unterschiedlich sind, um wirklich zusammenwachsen zu können und 38 Prozent glauben, daß es ein Fehler war, die osteuropäischen Länder in die EU aufzunehmen. Gegenüber all diesen massiv vorherrschenden Meinungen sagt bestenfalls ein Viertel der Bevölkerung, daß die EU trotz aller Anfangsschwierigkeiten ihren Mitgliedsstaaten letztlich mehr Vorteile als Nachteile bringen wird und außerdem, daß sich die Mitglieder schon in wenigen Monaten über eine neue Verfassung geeinigt haben werden. Nur jeweils rund ein Fünftel der Österreicher sind der Auffassung, daß es in der EU zu immer freundschaftlicheren Beziehungen zwischen den Nachbarländern kommen wird und daß sich die Europäer immer mehr vermischen und dadurch gegenseitig besser verstehen werden. Lediglich 15 Prozent der Erwachsenen halten es für denkbar, daß die Europäische Union den USA den Rang ablaufen wird. Die geringste Wahrscheinlichkeit hat für die Österreicher, daß die EU wieder auseinanderbricht und es zu schweren Spannungen bis hin zu militärischen Konflikten zwischen bisherigen Partnerländern kommt. Nur 14 Prozent glauben an eine solche Extremsituation, 49 Prozent betrachten sie als realitätsfremd.
 
Alles in allem vertreten die Österreicher mehrheitlich (mit 44 Prozent) die Auffassung, die EU sollte sich auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit beschränken. Ein politischer Zusammenschluß mit gemeinsamer Außen- und Verteidigungspolitik und vielen einheitlichen Bestimmungen sei nicht gut. Nur ein Drittel der Bevölkerung erklärt, es solle alles getan werden, damit Europa nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch zusammenwächst, möglichst einheitlich auftritt und möglichst einheitliche Bestimmungen hat.
Quelle: Imas International GmbH; office@imas.at

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