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Fußball-WM und Fernseher

Die Fußballweltmeisterschaft 2002 hat sich als kraftvoller Motor für den Absatz von Fernsehgeräten sowohl in Europa als auch in Asien erwiesen. Der Absatz stieg gegenüber dem Vorjahr in Europa um fünf und in Asien um durchschnittlich sechzehn Prozent. Sport begeistert also nicht nur, sondern sorgt auch für mehr Konsum. So ist beispielsweise im Vorfeld der Olympischen Spiele 2000 in Sydney und der Fußballweltmeisterschaft 1998 in Frankreich die Zahl verkaufter Unterhaltungselektronik in den jeweiligen Gastgeberländern enorm gestiegen: in Australien um 45, in Frankreich um 15 Prozent. Das gilt auch für die diesjährige Fußballweltmeisterschaft. Darüber hinaus zeigt sich, dass in den Ländern, deren Mannschaften an der Weltmeisterschaft teilnehmen, mit der Fußballbegeisterung auch der Handel mit Farbfernsehern und anderer TV-Ausrüstung wächst.
 
Europa
In Westeuropa war die Nachfrage nach Fernsehgeräten in den beiden Monaten vor der Fußballweltmeisterschaft mit einem Umsatz von 1,44 Milliarden Euro um 71 Millionen Euro beziehungsweise fünf Prozent höher, als im Vergleichszeitraum 2001. Der mengenmäßige Zuwachs war mit acht Prozent sogar noch deutlicher.
 
In Deutschland, dem Land des neuen Vizeweltmeisters, stieg der Umsatz mit Fernsehgeräten um neun Prozent. Allerdings war das wertmäßige Umsatzwachstum erstmals deutlich geringer als das mengenmäßige, das 15 Prozent betrug. Das heißt, dass nach einer langen Phase der Stagnation wieder mehr Geräte gekauft wurden, die Käufer jedoch pro Gerät im Durchschnitt deutlich weniger ausgaben. Die Verbraucher nutzen offensichtlich unmittelbar vor Beginn des Turniers auf die Fußballweltmeisterschaft zielende Schnäppchenangebote.
 
In den europäischen Ländern korrespondiert der Absatz von TV-Geräten mit dem Erfolg des jeweiligen Nationalteams. Je erfolgreicher eine Nationalmannschaft war, desto besser verkauften sich im Herkunftsland die TV-Geräte. Champions waren dementsprechend Dänemark, Deutschland, Schweden und Spanien, „Absatzverlierer“ die Niederlande, Österreich und die Schweiz, deren Nationalmannschaften sich nicht für die Fußballweltmeisterschaft qualifiziert hatten. Eine Ausnahme ist Großbritannien. Wenngleich auch dort das Turnier eine große Rolle spielte, hat sich seit der Einführung digitaler Fernsehtechnik vor wenigen Jahren der Absatz von Fernsehern auf einem hohen Niveau eingespielt. Dementsprechend ging von der Weltmeisterschaft kaum ein zusätzlicher Impuls für das TV-Geschäft aus.
 
Asien
In den zwei Monaten vor der Fußballweltmeisterschaft wurden in den asiatischen Pazifikländern Fernsehgeräte im Wert von etwa 789 Millionen Euro verkauft - das waren 111 Millionen Euro mehr, als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Davon waren zwei Drittel konventionelle Fernsehgeräte. Außerordentlich stark legten Video-Projektoren sowie Plasma- und LCD-Geräte zu - ihr Anteil stieg um 103 Prozent.
 
Die Gastgeberländer
In Korea betrug der Anstieg des Umsatzes 34, in Japan 21 Prozent. Dabei legten sich die Fußballfans vor allem größere Bildschirme und Video-Projektoren zu. In diesen Produktsegmenten waren die Wachstumsraten in Korea mit 103 Prozent und in Japan mit 46 Prozent geradezu spektakulär. In Korea hat der Umstand, dass die Weltmeisterschaft in weiten Teilen des Landes nur digital übertragen werden konnte, der Verbreitung digitaler Fernsehtechnologie einen Schub versetzt.
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