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Große Hoffnung - große Ängste

Kurz nach dem EU-Beitritt im Jahr 2004 glaubten rund 75 Prozent der Bürger in den neuen Mitgliedstaaten, dass sich durch die Öffnung der Grenzen neue Möglichkeiten zu Ausbildung und Arbeit im europäischen Ausland ergeben. Vor einem Jahr schlossen sich dieser Meinung nur knapp 60 Prozent an. Zur Zeit äußern sich zwei von drei Befragten in ähnlicher Weise.Wie zuvor schon beurteilten besonders Studenten die Situation positiv: Rund drei Viertel gehen davon aus, dass der EU-Beitritt ihres Landes gute Chancen für Ausbildung und Beruf in anderen EU-Staaten mit sich bringt. Bürger mit Hauptschulabschluss waren mit 56 Prozent hingegen etwas weniger zuversichtlich, äußerten sich jedoch positiver als im Vorjahr (45 Prozent). Besonders in Litauen (84 Prozent), Estland (79 Prozent) und Lettland (77 Prozent) sehen viele Menschen gute Arbeitsmöglichkeiten im europäischen Ausland. Die Chancen, eine Ausbildung woanders in der EU zu absolvieren, beurteilten die Bürger Estlands und Litauens sowie die Slowaken besonders positiv. Bei der Frage, wie sicher sie die Arbeitsplätze in ihrem Heimatland einschätzen, gaben 44 Prozent aller Angehörigen der Beitrittsländer an, dass sie keine Minderung erwarten. 32 Prozent meinten, dass man sich nun mehr Sorgen um eine sichere Arbeit machen muss. Mehr Sicherheit erwarten hingegen nur 16 Prozent. Besonders optimistisch zeigten sich die Bürger Litauens: Rund vier von zehn Befragten gehen davon aus, dass die Arbeitsplätze in ihrem Land sogar immer sicherer werden. Besonders pessimistisch waren die Bewohner Maltas: Die Mehrheit glaubt, dass die Sicherheit der Arbeitsplätze sinken wird.
 
Die Hoffnungen, die die Angehörigen der neuen Beitrittsländer im Jahr 2004 äußerten, haben sich deutlich relativiert. Damals erhoffte sich knapp jeder Dritte einen höheren Lebensstandard, letztes Jahr nur noch jeder Achte und heute in etwa jeder Siebte. Auch die Zahl derer, die erwarteten, dass sich mit dem EU-Beitritt das Gesundheitswesen verbessert, sank. Glaubte im Jahr 2004 noch jeder Dritte daran, so sind heute nur noch 12 Prozent dieser Meinung.
 
Rund eineinhalb Jahre nach dem EU-Beitritt sind die Befürchtungen, dass sich die Preise erhöhen könnten, wieder etwas gestiegen: Im Jahr 2004 glaubten 81 Prozent, dass ihnen die neue Zugehörigkeit zur EU Preissteigerungen bringen wird. Im Jahr 2005 sank dieser Wert auf 73 Prozent. In der aktuellen Studie stieg er wieder um fünf Prozentpunkte auf 78 Prozent. Wie schon in den Jahren zuvor äußerten sich die Bewohner Lettlands und Litauens besonders kritisch: 98 beziehungsweise 93 Prozent befürchten steigende Preise.
 
Fragt man danach, ob der Beitritt in die EU die Korruptionssituation im eigenen Land verändert, glauben - wie bereits zwölf Monate zuvor - deutlich weniger an eine Besserung von Missständen als noch im Jahr 2004 (8 vs. 18 Prozent). Rund vier von zehn der neuen EU-Angehörigen waren der Ansicht, dass sich die Korruption im Heimatland trotz des EU-Rechts eher noch verstärken wird. In etwa gleich viele gingen davon aus, dass sich der Beitritt zur EU nicht auf die Verhältnisse im Heimatland auswirkt. Dass mit dem Beitritt in die Europäische Union die traditionellen und kulturellen Werte im eigenen Land verloren gehen, das befürchteten wie im Vorjahr 16 Prozent der Befragten. 61 Prozent meinten, dass die Öffnung gen Westen ihren Traditionen und Werten nichts anhaben kann - 14 Prozent glaubten sogar an einen Anstieg der nationalen Identitätsgefühle.
 
Heute meint nur in etwa jeder Siebte der Befragten, dass sich sein Lebensstandard durch den EU-Beitritt verbessert. Fragt man danach, wie sich der Lebensstandard in fünf Jahren entwickeln wird, glaubt immerhin mehr als ein Drittel der neuen Mitglieder der EU an eine Verbesserung. Deutlich positiver schätzten die Menschen mittelfristig auch die Arbeitssicherheit ein: 31 Prozent erwarten, dass diese sich erhöhen wird - eine bessere Bewertung als die in der kurzfristigen Perspektive. Auch die Entwicklung des Gesundheitswesens beurteilten viele in der Fünfjahresperspektive positiver: Gehen derzeit 12 Prozent davon aus, dass der Beitritt ihres Landes das Gesundheitswesen verbessern wird, so tun dies mittelfristig 37 Prozent. Unverändert pessimistisch blieb die Einschätzung bei der Preisentwicklung: Auch in der mittelfristigen Perspektive äußerten 75 Prozent der Menschen aus den Beitrittsländern, dass sie steigende Preise erwarten.
Quelle: GfK; www.gfk.de

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