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Ipsos-Umfrage zu Schulsponsoring: Hohe Akzeptanz – Schulsponsoren von Bevölkerung erwünscht

Die mittlerweile chronisch-katastrophale Haushaltslage von Bund, Ländern und Gemeinden steht in einem krassen Missverhältnis zu den bildungswissenschaftlichen Zielen in Deutschland. Dort, wo dem Staat das Geld zur Erreichung dieser Ziele fehlt, könnten eigentlich finanzstarke Unternehmen einspringen, um die größer werdenden „Bildungslöcher“ zu schließen. Schulsponsoring, heißt das Zauberwort.
 
Wenn es nach der Meinung der Bundesbürger geht, finden sich viele Befürworter: Zwei Drittel der bundesdeutschen Bevölkerung finden es sehr gut, wenn Unternehmen Schulen im Rahmen eines Sponsoringprojektes unterstützen. Es gibt kaum Kritiker, nur 5 Prozent der Bundesbürger finden die Unterstützung von Schulen durch Firmen überhaupt nicht gut. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Face-to-face-Umfrage unter 1.000 Personen ab 14 Jahren, die das Marktforschungsinstitut Ipsos in Kooperation mit dem Fachmagazin planung &analyse durchführte.
 
Damit genießt das Schulsponsoring in Deutschland nicht nur aktuell eine hohe Akzeptanz wie kaum ein anderer Sponsoringbereich, sondern hat in den letzten fünf Jahren auch stark zugenommen (von 58% auf 66%). Dabei zeigt sich die Befürwortung unabhängig von Geschlecht, Altersgruppen oder Schulbildung auf gleich bleibend hohem Niveau – die Notwendigkeit der Fördermittel von Unternehmen wird also durchgehend gesehen.
 
Wie weit dürfen sich Unternehmen jedoch in den Bereich der Schule vorwagen? Immerhin gibt der Staat kleine Teile des öffentlichen Schulsystems in Hände von Unternehmen, die auf Profitmaximierung ausgerichtet sind. Potenziellen Sponsoren würde damit ein finanzieller Einfluss auf schulische Angelegenheiten eingeräumt, der durchaus zu einer dem Unternehmen dienenden inhaltlichen Beeinflussung werden könnte. So häufig die Befürchtung. Aber die Bundesdeutschen zeigen sich dabei relativ offen: Nur ein Drittel der Bundesbürger (30%) ist der Meinung, dass Schulsponsoren nicht mit ihrem Engagement werben dürfen. Ganz im Gegenteil: Schulsponsoren können ganz entscheidend für die qualitative Ausbildung verantwortlich zeichnen. Zwei Drittel der Bundesdeutschen (64%) begrüßen es überaus, dass den Schulen durch Sponsoring bessere Unterrichtsmittel zur Verfügung stehen. Und fast die Hälfte der bundesdeutschen Bevölkerung (44%) ist der Meinung, dass Schulsponsoren auf diesem Wege für das Nachwachsen qualifizierter Arbeitskräfte sorgen.
 
Die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Sponsoring sind für Unternehmen also sehr positiv – etwas mehr als die Hälfte der Bundesbürger ist sogar der Meinung, dass Schulsponsoring für ein Unternehmen besser ist als jede Werbung. Betrachtet man die Sponsoringaufwendungen in diesem Bereich, fließen bisher jedoch vergleichsweise wenige Euros in dieses bildungswissenschaftliche Sponsoringfeld. Dementsprechend befindet sich auch die Wahrnehmung von Sponsoren auf geringem Niveau: 16 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung geben an, Schulen zu kennen, an denen gesponsert wird. Leicht erhöht ist die Wahrnehmung zwar bei Befragten mit Kindern unter 14 Jahren im Haushalt (21%), insgesamt kann die Wahrnehmung über die letzten fünf Jahre jedoch nicht zulegen. Worauf ist dies zurückzuführen? Auf der einen Seite wurden in zahlreichen Bundesländern zwar die Vorschriften in Richtung Sponsoring über die letzten Jahre gelockert, auf der anderen Seite sind Schulen und Kultusbehörden nicht zuletzt auch aus organisatorischen Gründen noch nicht sehr gut auf Sponsoren vorbereitet – die potenziellen Sponsoren sind häufig in der Umsetzung auf sich alleine gestellt. Die Sponsoring-Entscheider in Unternehmen finden auf Seiten der Schulen noch zu wenige Personen, die sich der Sache adäquat annehmen – sei es aus organisatorischen oder sponsoringkritischen Gründen. Denn immerhin zeigt die Befragung im Rahmen der Ipsos Grundlagenstudie SPONSORING 2007 auch, dass ein Viertel der Bundesbürger der Meinung ist, dass Schulen dem Sponsoring viel zu kritisch gegenüber stehen.
 
Studiensteckbrief:
Feldzeit: 15. bis 22. Oktober 2006
Stichprobengröße: 1000 Personen ab 14 Jahren, repräsentativ für die deutschsprechende Bevölkerung in Deutschland
Methode: face-to-face Interviews mit Ipsos Capibus, CAPI (Computer Assisted Personal In-terviewing)

 
Die ausführlichen Ergebnisse können Sie direkt bei Ipsos nachlesen:
Frage des Monats mit planung & analyse
Quelle: Ipsos GmbH, Gudrun Witt

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