ANZEIGE
Folgen Sie uns:
planung & analyse GmbH auf facebook.de planung & analyse auf twitter.de planung & analyse GmbH auf google+ planung & analyse GmbH auf xing

Editor's Pick


Ladenschluss. Die Deutschen möchten weitgehende Selbstbestimmung

Als vor sechs Jahren das Ladenschlußgesetz liberalisiert wurde, waren es vor allem die Berufstätigen, die begeistert reagierten. Ein Großteil der Bevölkerung möchte inzwischen, dass die Liberalisierung des Ladenschlußgesetzes noch weiter gehen sollte und dass die Ladenschlußzeiten überhaupt nicht durch ein Gesetz geregelt werden. "Die Ladeninhaber sollten selbst bestimmen, wie lange ihre Geschäfte geöffnet sind." Das sagte mehr als jeder zweite (55 Prozent) in einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage. Nur knapp ein Drittel der Befragten ist davon überzeugt, daß die Ladenschlußzeiten einer gesetzlichen Regelung bedürfen.
 
Überraschend an den Ergebnissen der Erhebung ist, daß der Osten bei dieser Frage noch liberaler denkt als der Westen - bei vielen anderen Fragen wird in Ostdeutschland ja eher nach Gesetzgeber und Staat gerufen als in Westdeutschland. In diesem Fall aber plädieren im Osten 64 Prozent dafür, die Ladenbesitzer selbst über ihre Öffnungszeiten entscheiden zu lassen, im Westen 53 Prozent.
 
Das Hauptargument, das die meisten für eine vollständige Freigabe der Öffnungszeiten ins Feld führen, liegt immer noch - wie schon 1996 - im Blick auf die Berufstätigen und deren eingeschränkten Zeitrahmen zum Einkaufen: "Berufstätige haben es dann leichter, ihre Einkäufe zu erledigen", sagen 57 Prozent der Befragten. 50 Prozent sehen aber darin auch ganz allgemein einen Vorteil für jedermann, daß man einkaufen kann, wann man will. 39 Prozent sehen den Vorteil auch auf seiten der Geschäfte, die ihre Öffnungszeiten dann zeitlich viel besser an Kaufwünsche und Kaufgewohnheiten der Konsumenten anpassen können. Dass die Leute dann mehr kaufen werden, glauben allerdings nur 16 Prozent.
 
Die meisten Befragten übersehen nicht, dass die völlige Freigabe der Ladenöffnungszeiten auch Nachteile hat. Die liegen einmal darin, daß kleinere Geschäfte sich wahrscheinlich schwertun werden, dem möglicherweise weitgestreckten Öffnungsangebot großer Geschäfte zu entsprechen. "Viele kleinen Geschäfte werden nicht mithalten können", sagen 63 Prozent. 56 Prozent sind davon überzeugt, daß eine totale Liberalisierung der Öffnungszeiten für die Angestellten in den Geschäften auf jeden Fall eine Belastung darstellt.
 
Dass man die Geschäfte auch sonntags für ein paar Stunden öffnen soll, hält der größere Teil der Bevölkerung (46 Prozent) im Moment noch für überflüssig. Nur unter den Berufstätigen gibt es eine knappe Mehrheit von 46 gegen 39 Prozent, die das gut finden würden.
 
Quelle: Institut für Demoskopie Allensbach; epiel@ifd-allensbach.de

Facebook Twitter Google LinkedIn Xing RSS Email