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Editor's Pick


Lebenssituation älterer Menschen in Europa ist sehr unterschiedlich

In Europa gibt es ein klares Nord-Süd-Gefälle hinsichtlich Gesundheit und Einkommen: älteren Menschen im Norden geht es finanziell und gesundheitlich besser, was sich aber nicht in entsprechenden Unterschieden bei der Sterblichkeit widerspiegelt. Der Anteil älterer Bürgerinnen und Bürger in Europa ist höher als auf jedem anderen Kontinent - und der Prozess der Bevölkerungsalterung wird in diesem Jahrhundert weiter fortschreiten.
 
Bildung hält uns fit: In allen Ländern findet sich eine starke Beziehung zwischen gesundheitsrelevantem Verhalten und sozio-ökonomischem Status. Verglichen mit Personen, die einen hohen Bildungsabschluß haben, weisen Menschen mit niedrigerem Bildungsabschluß zum Beispiel eine um 70 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit auf, sich körperlich nicht zu betätigen, und eine um 50 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit dafür, fettleibig zu sein. Dies setzt sich bis zur seelischen Gesundheit fort, so treten zum Beispiel Depressionen häufiger bei Menschen mit niedrigem Einkommen oder geringem Vermögen auf, insbesondere in den nördlichen Ländern Europas.
 
Unterschiedliche Rentenregeln beeinflussen klar die Verteilung und das Altersmuster der Erwerbsbeteiligung und des Renteneintritts. In Ländern, die Frühverrentung gestatten und/oder großzügig ausgestalten (typischerweise die südeuropäischen Länder, aber auch Österreich und Frankreich) findet sich ein hoher Anteil von Frührentnern. Dies führt dazu, dass es in diesen Ländern ein erhebliches ungenutztes Arbeitspotential gibt, denn viele gesunde Menschen nehmen nicht am Erwerbsleben teil.Die Verbreitung des Bezugs von Erwerbsminderungsrenten im Frühverrentungsalter zwischen 50 und 64 Jahren variiert drastisch zwischen den Ländern: von 16 Prozent in Dänemark bis 3 Prozent in Griechenland. Die selbst wahrgenommene Qualität der Beschäftigung vor dem Renteneintritt - etwa wie viel Kontrolle Arbeitnehmer über unsere Tätigkeit haben oder wie sehr ihr Einsatz anerkannt wird - variieren deutlich in Europa, und zwar wiederum mit einem klaren Nord-Süd-Gefälle. Die Qualität der Beschäftigung hängt eng mit dem allgemeinen Wohlbefinden zusammen. Eine niedrigere Beschäftigungsqualität geht häufig mit schlechterer Gesundheit und Depressionen einher.
 
Bezahlte Arbeit ist nicht alles. Insgesamt leisten etwa 10 Prozent der Bevölkerung in der Altersgruppe 65-74 ehrenamtliche oder sonstige freiwillige unbezahlte Arbeit. In den Niederlanden ist dieser Anteil noch deutlich höher - er liegt dort bei über 25 Prozent. In Spanien oder Griechenland sind hingegen weniger als 4 Prozent der Menschen im Alter von über 50 Jahren ehrenamtlich tätig. Das Potential für gegenseitige Hilfe im Alltag ist überall in Europa, insbesondere im Süden, sehr groß, weil die verschiedenen Generationen der Familie in Europa nach wie vor räumlich recht nah beieinander leben. Die Zeit, die für praktische Hilfe und die Betreuung der Enkel aufgewendet wird, ist beträchtlich. Etwa ein Drittel der Befragten im Alter von 65 oder darüber gaben an, dass sie täglich helfen oder Enkelkinder betreuen, und zwar durchschnittlich 4,6 Stunden am Tag.
 
Im Norden geben die Eltern Geld, im Süden die Kinder: Intergenerative Geldtransfers sind eine Hauptquelle des Haushaltsvermögens. Auch hier zeigt sich ein klares Nord-Süd-Gefälle. Im Norden bekommen die Jungen mehr von ihren Eltern als im Süden, während im Süden die jüngere Generation höhere Transfers an ihre Eltern leistet als im Norden. Armut wird oft durch nicht-monetäre Ressourcen gelindert: Obwohl in einigen Ländern Armut unter älteren Mitbürgern immer noch ein ernstes Problem darstellt, ergibt sich ein positiveres Bild, wenn der Wert des eigenen Hauses mit berücksichtigt wird. Dies gilt besonders für den Süden. Ebenso erweist sich ein nahes Zusammenleben mit den Kindern - im selben Haushalt oder Haus - als ein Mechanismus, der erheblich zur Linderung von Armut beiträgt. Dies zeigt sich nicht nur in Südeuropa, sondern auch in Deutschland.
 
Quelle: SHARE-PROJECT;a href="http://www.share-project.org"> www.share-project.org

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