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OTC-Geschäft 2008 unter Vorjahresniveau

Der Pharma- und Healthcare-Markt hat seine positive Entwicklung auch 2008 in abgeschwächter Form weiter fortgesetzt. Apotheken, Lebensmittelhandel und Drogeriemärkte erwirtschafteten einen Umsatz von rund 37,9 Mrd. Euro und lagen damit um zwei Prozent über dem Vorjahresniveau bei allerdings leicht rückläufigen Absatzentwicklungen (-1,6%).
 
Wachstumsmotor waren wie schon im Vorjahr die rezeptpflichtigen Arzneimittel (eingelöste Kassenrezepte und Privatrezepte) mit überdurchschnittlichen Zuwächsen (Umsatz: 3,2 %, Absatz 1,6 %). Sie stehen mittlerweile für 83 Prozent des im Gesundheitsmarkt erzielten Umsatzes und gewinnen an Bedeutung weiter hinzu. Die Apotheken als exklusiver Vertriebskanal im Bereich rezeptpflichtiger Produkte profitieren natürlich von der positiven Entwicklung des Gesamtmarktes. Zudem müssen sie nach der jüngsten Empfehlung des Europäischen Gerichtshofes zur Beibehaltung des Fremdbesitzverbotes auch wohl nicht fürchten, dass der Handel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln in naher Zukunft liberalisiert wird.
 
Aufgrund der zunehmenden Praxis der Mediziner, ihren Patienten verschreibungspflichtige Arzneimittel zu verordnen, verlieren rezeptfreie Produkte für die Selbstmedikation und Gesundheitsvorsorge im Gegenzug weiter an Bedeutung: 2008 verzeichnete der OTC-Markt Verluste von rund drei Prozent bei Umsatz und Absatz. Zwar sorgten zeitweilig saisonale Impulse, etwa die früh einsetzende Kälteperiode im vergangenen Herbst mit den üblichen Begleitsymptomen wie Zunahme von Erkältungskrankheiten und rheumatischen Beschwerden, in allen beteiligten Vertriebskanälen für Wachstum. So zeichnete sich das vierte Quartal durch eine deutlich gestiegene Nachfrage nach Rachentherapeutika (Absatz: +4,5%, Umsatz: +9,6%) und Mitteln bei Erkrankungen des Muskel-/Skelettsystems (5,4%, Umsatz: +7,6%) aus. Dennoch waren diese Impulse insgesamt zu schwach, um im OTC-Markt eine Trendumkehr zu bewirken.
 
Auch der Vertrieb von freiverkäuflichen Arznei- und Gesundheitsmitteln bleibt eine Domäne der Apotheken. Diese mussten allerdings im abgelaufenen Jahr überproportionale Verluste verzeichnen, während es LEH und Drogeriemärkten gelang, ihr Umsatzvolumen 2008 stabil zu halten. Sie vereinen inzwischen einen Marktanteil von 17 Prozent auf sich. Wegen der günstigeren Preise können sie sich im Wettlauf um die Gunst der Kunden daher immer besser behaupten und dürfen auch für 2009 im Vergleich zum großen Wettbewerber Apotheke mit einer positiveren Entwicklung rechnen.
Quelle: The Nielsen Company; www.nielsen.com

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