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Österreich: Kein Verständnis für Gewinnstreben auf Kosten der Menschlichkeit

In Deutschland gab es kürzlich Empörung gegen die Deutsche Bank, weil sie trotz Milliardengewinnen 6400 Arbeitsplätze abbauen und 1200 Stellen in Billiglohnländer verlagern möchte. Die Erregung führte sogar zu einem Boykottaufruf gegen das Geldinstitut und zur Forderung, die Bank möge ihren Deutschlandbezug im Namen ablegen. Immer wieder entzündet sich in ähnlich gelagerten Fällen die Kritik an einem vorwiegend auf finanzieller Vernunft aufbauenden Wirtschaftsverhalten. Wie sehen die Österreicher das Problem? Fast 70 Prozent haben den Eindruck, daß beim heutigen Gewinnstreben die Menschlichkeit unter die Räder kommt. Lediglich jeder Fünfte vertritt die gegenteilige Auffassung. Das Unbehagen an der Gewinnmaximierung stellt ein Korrelat zur Bildung dar. Demgemäß ist die Kritik am ausschließlichen Nützlichkeitsdenken bei den Maturanten und Akademikern am größten, bei Erwachsenen mit einfacher Bildung vergleichsweise am geringsten. Innerhalb der Parteianhängerschaften sind es in erster Linie die GRÜNEN und Sozialdemokraten, die ein überzogenes Gewinnstreben an den Pranger stellen. Am schwächsten ausgeprägt ist die Kritik bei den ÖVP-Wählern, wenngleich auch sie mit den beschriebenen Erscheinungsformen des Wirtschaftslebens in absoluter Mehrheit unzufrieden sind.
 
Die Vermutung liegt nahe, daß die Schwierigkeit einer Harmonisierung der Arbeitswelt unter den veränderten Rahmenbedingungen für die Wirtschaft unterschätzt wird. Fest steht, daß die Österreicher in der massiven Mehrheit von 61 Prozent ein starkes Gewinnstreben mit sozialem Verhalten für grundsätzlich vereinbar erachten. Lediglich 29 Prozent bezweifeln dies. Es ist offenkundig, daß der stark überwiegende Eindruck eines zu kalten Kalküls in der betriebswirtschaftlichen Praxis in schroffem Widerspruch zur festen Überzeugung steht, den unliebsamen Zustand relativ mühelos verändern zu können. Die eigentliche Gefahr besteht hier in einem Mangel an Verständnis für die Problemzwänge in der Wirtschaft und in der Sozialpolitik. Eine Gesellschaft mit einem zu geringen Wissen über die Regeln, nach denen sie sich organisiert, tendiert verstärkt zu radikalen Haltungen.
Quelle: IMAS International; office@imas.at

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