ANZEIGE
Folgen Sie uns:
planung & analyse GmbH auf facebook.de planung & analyse auf twitter.de planung & analyse GmbH auf google+ planung & analyse GmbH auf xing

Editor's Pick


Pokémon: Kindliche Eigenwelten als Trainingsplatz für den Alltag

Die Pokémon-Hysterie ist eine Abgrenzung der Kinder von der Psychologik der Erwachsenen und stellt die Grundverhältnisse unserer Kultur auf den Kopf. In der Gameboy-Welt von Pokémon entsteht ein komplexes Universum, das sich entwickelt und dabei seinen eigenen logischen Gesetzen folgt. In einer Phantasiewelt, aus der die Erwachsenen ausgeschlossen bleiben, trainieren Kinder soziale Fähigkeiten, üben den Umgang mit Kampf, Macht und Misserfolg, mit Handel und Kooperation, aber auch mit der Monstosität und Absurdität des Lebens. Durch Pokémon schaffen sie sich den Gegenentwurf einer eigenen Wirklichkeit, in der sie sich ein Stück selbst erziehen und damit eine Konkurrenz schaffen zur Erziehung durch die Eltern, die darauf mit Ratlosigkeit und Besorgnis reagieren.
 
Eine tiefenpsychologische Untersuchung von Kindern im Alter von 4 bis 14 Jahren durch rheingold in Köln weist nach, dass Pokémon für Kinder keine schädlichen Auswirkungen hat - wenn ihnen bei der Beschäftigung mit ihren Lieblingsspielzeugen zeitlich klare Grenzen gesetzt werden.
 
Durch Pokémon etablieren Kinder eine eigene Welt mit eigenen Regeln, ohne sich an der Welt der Eltern orientieren zu müssen - sie finden eine Abgrenzung, die in unserer multioptionalen Welt verloren gegangen ist. Erwachsene neigen jedoch zunehmend dazu, Kinder vor der Wirklichkeit beschützen zu wollen. Die Besorgnis vieler Eltern gegenüber den virtuellen Monstern hat hier ihre Ursache.
Quelle: rheingold Institut für qualitative Markt- und Medienanalysen; straetling@rheingold-online.de

Facebook Twitter Google LinkedIn Xing RSS Email