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Sommer, Fussball & ausreichend Getränkevorrat

© TiM Caspary / PIXELIO 

 © TiM Caspary / PIXELIO

Im Unterschied zur Industrie ist der Lebensmitteleinzelhandel in der Krise bekanntlich von radikalen Einbrüchen verschont geblieben -denn das reale Einkaufsverhalten der Verbraucher bei Gütern des täglichen Bedarfs hängt weniger von Stimmungen und Prognosen ab als von tatsächlichen und zum Teil kurzfristig wechselnden Umständen – wie beispielsweise der Witterung:
 
Auch im Juni kommt man nicht um einen Blick auf das Wettergeschehen herum, :
In der ersten Monatshälfte überwogen noch weitgehend Schafskälte und Nässe, in der zweiten dann Hitze und Trockenheit. Die Donau, häufig eine Wetterscheide, teilte das Land quasi in eine Dürrezone (nördlich) und in ein Überschwemmungsgebiet (südlich). Mit spürbaren Auswirkungen auf Ernten und Preise, aber auch auf Konsumlust und –laune der Verbraucher.
 
Sortimentsentwicklung Juni 2010 

 Sortimentsentwicklung Juni 2010

Aber auch die Fußball-Weltmeisterschaft im fernen Südafrika hat hierzulande für überdurchschnittliche Nachfrage in bestimmten Sortimenten und Warengruppen gesorgt. Letzteres gilt vor allem für die Getränke. So wurden im diesjährigen Juni 15 Prozent mehr Sekt/Champagner gekauft als im Juni 2009; schließlich gab es einige spektakuläre Siege zu feiern. Auch die Mengenentwicklung von Knabbergebäck (+ 11%) und Chips (+ 26%) dürfte größtenteils auf den WM-Effekt zurückgehen. Biermischgetränke (+ 25%) und Bier (+ 12%) profitierten sowohl vom Fußball als auch von der verbreiteten Hitze und Trockenheit. Auch Mineralwasser (+ 12%), Colas/Limos (+ 10%) sowie die alkoholfreien Getränke überhaupt (+ 9%) waren aus diesem Grund mengenmäßig deutlich im Plus.
 
Sowohl die Spargel- als auch die Beerenernte haben massiv unter der Witterung gelitten. Dem Obstund Gemüsesortiment insgesamt hat das aber nicht geschadet. Zwar gingen einzelne Kategorien mengenmäßig deutlich zurück wie beispielsweise Kartoffeln (- 8%) oder Kirschen (- 16%); das wurde aber durch höhere Preise in zahlreichen Kategorien mehr als ausgeglichen. So mussten die Verbraucher im Juni 2010 für Obst durchschnittlich sechs Prozent, für Gemüse im Schnitt sogar 13 Prozent mehr bezahlen als im Juni 2009. Der Sortimentsbereich profitiert in diesem Jahr aber auch von einem starken Basiseffekt zum Vorjahr (2009: - 7,1%).
 
Ein solcher Basiseffekt stärkt auch die Entwicklung der „weißen” Molkereiprodukte (2009: - 11,6%; 2010: + 6,3%). Hinzu kommt aber auch hier ein deutlicher Beitrag des Wetters. Die Mengennachfrage stieg gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent, vor allem, weil Durstlöscher wie beispielsweise Buttermilch (Menge: + 16%) stark nachgefragt wurden. Andererseits hat die Hitze den Molkereiprodukten der gelben Linie zugesetzt. So haben die Verbraucher im Juni 2010 knapp ein Prozent weniger Käse eingekauft und für ihre Einkäufe zudem durchschnittlich sechs Prozent weniger bezahlt als im Juni 2009. Lediglich Frischkäse entwickelte sich positiv – wohl ebenfalls witterungsbedingt.
 
Die Umsätze mit Süßwaren wiederum sind unter der Hitze nur so dahingeschmolzen.

Das sind die Ergebnisse des GfK Consumer Index für Juni 2010.
Quelle: GfK

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