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Starker Einbruch bei der Konjunkturerwartung

Die verunsichernde Diskussion um Renten, Arbeitsplätze und Steuern zeigt Wirkung, die Konsumenten halten ihre Geldbörse zu. Die Talfahrt der Verbraucherstimmung, die bereits im Oktober begann, setzt sich nahezu unvermindert fort. Der moderate Optimismus gegenüber der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung, den die deutschen Bürger noch bis hinein in den Sommer dieses Jahres gehegt hatten, hat sich im Nichts aufgelöst. Nach einem Minus des Indikatorwertes um etwa zehn Punkte im Oktober verlor dieser im November noch einmal gut 27 Zähler. Betrachtet man die über einen Zeitraum von mehreren Monaten geglättete Entwicklung, so zeigt sich, dass sich der Abwärtstrend gefestigt hat. Dies ist das Ergebnis der im Auftrag der EU-Kommission durchgeführten Studie der GfK Marktforschung zum Konsumklima im November.
 
Die andauernde Diskussion um Steuern und Abgaben, die nach wie vor hohe und weiter steigende Arbeitslosigkeit, all dies veranlasst bundesdeutsche Konsumenten derzeit zu glauben, dass die Konjunktur in den nächsten Monaten ein Tief durchlaufen wird. In der ersten Hälfte dieses Jahres wähnten die Verbraucher die deutsche Wirtschaft dagegen noch auf einem moderaten Wachstumskurs.
 
Auch bei der Einkommenserwartung ist die Stimmung im Keller. Nachdem der Indikatorwert der Einkommenserwartung bereits im Oktober gesunken war, setzte sich auch im November seine Abwärtsbewegung fort. Der ungeglättete Indikator sank aktuell um gut 17 Punkte und liegt nun bei einem Minus von 24,5 Zählern. Einen so niedrigen Wert der Einkommensstimmung hat die GfK letztmals in der Rezessionsphase vor knapp neun Jahren zu Anfang des Jahres 1994 gemessen. Während sich der Trend, das heißt die geglättete Entwicklung des Indikators, im Vormonat noch seitwärts bewegte, hat er inzwischen ebenfalls eine fallende Tendenz.
 
Gegenwärtig wird den Verbrauchern mehr und mehr klar, dass sie im kommenden Jahr mit zusätzlichen finanziellen Belastungen, beispielsweise mit der Erhöhung der Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung sowie der Besteuerung von Aktiengewinnen, zu rechnen haben, die ihre ohnehin schon knappen Haushaltsbudgets weiter beschneiden werden.
 
Im Schlepptau der in Talfahrt befindlichen Konjunktur- und Einkommenserwartungen ließ auch die Anschaffungsneigung im November Federn. Der Indikator verlor gegenüber dem Vormonat zehn Zähler. Mit einem ungeglätteten Wert von minus 55,4 Punkten erreichte er exakt den bisherigen historischen Tiefststand im diesjährigen Monat April.
 
Nachdem es im Sommer so schien, als ob die negativen Wirkungen von Preiserhöhungen im Zusammenhang mit der Einführung des Euros langsam abklingen würden und der Indikator sich wieder stabilisieren könnte, gerät er in der Diskussion um Steuer- und Abgabenerhöhungen erneut in Bedrängnis. Die Belastungen, beispielsweise in der Renten- und Krankenversicherung, die künftig auf die Verbraucher zukommen, veranlasst sie offenbar zur Vorsicht. Schließlich untergraben die nach wie vor schwache wirtschaftliche Lage und die immer noch steigende Arbeitslosigkeit die Konsumlust. Die Aussichten für das Weihnachtsgeschäft dürften deshalb eher zurückhaltend zu beurteilen sein. Dies, obwohl momentan davon auszugehen ist, dass die Stimmung schlechter ist als die tatsächliche Lage.
 
Mit dem Abschwung dieser Stimmungsindikatoren wird sich auch das Konsumklima negativ entwickeln. Nach dem November, für den ein Wert von sechs errechnet war, ist ein Rückgang auf 5,5 Punkte zu erwarten. Die Aussichten für die Konsumstimmung der nächsten Monate sind weiterhin als eher bescheiden anzusehen. Wenn die Deutschen die ersten Lohn- und Gehaltsabrechnungen des kommenden Jahres ausgehändigt bekommen und die tatsächlichen Einbußen aufgrund der gestiegenen Sozialversicherungsbeiträge erkennen, könnte es sein, dass die Konsumstimmung noch einmal ihre Talfahrt fortsetzt. Eine Besserung scheint - aus heutiger Sicht - frühestens im Frühjahr des nächsten Jahres in Sicht zu sein.
 
Quelle: GfK Marktforschung; rolf.buerkl@gfk.de

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