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Suche nach sicherem Hafen

Der Europäische Gerichtshof hat in einem aktuellen Urteil festgestellt, dass das sogenannte Safe Harbor Abkommen zwischen der EU und den USA ungültig ist. Das hat Konsequenzen für alle Unternehmen, die Daten in die USA transferieren. Auch Marktforscher Nielsen ist davon betroffen.

Foto: Victor Hamberlin / Flickr 

 Foto: Victor Hamberlin / Flickr

Das Safe Harbor Abkommen war die wesentliche Grundlage, die es erlaubte, in der EU erhobene, personenbezogene Daten an Unternehmen in den USA zu transferieren. Das ist jetzt nicht mehr erlaubt, weil der Europäische Gerichtshof die USA eben nicht mehr als sicheren Hafen ansieht.

Betroffen von der Entscheidung sind all diejenigen deutschen und europäischen Unternehmen, die bislang personenbezogene Daten an Server in den USA liefern und die auf die Einhaltung der Regelungen der Safe Harbor Vereinbarung vertraut haben. Darunter können auch Marktforscher fallen, deren Mutterunternehmen etwa in den USA sitzt, wie zum Beispiel Nielsen oder Maritz.

Nielsen schreibt gegenüber planung & analyse: "Da die Implikationen weitreichend sind, arbeiten wir daran, die Auswirkungen auf Nielsen zu beurteilen. Wir erwarten nicht, dass es zu wesentliche Störungen unserer geschäftlichen oder internen Prozesse kommt." Maritz hat ebenfalls eine Erklärung zum Umgang mit der Situation angekündigt.

Und das Urteil gilt unverzüglich, wie Dr. Fabian Niemann von der Bird&Bird erklärt. Niemann beruhigt: Unternehmen sollten nicht in Panik verfallen und alle Datentransfers sofort abbrechen, sondern prüfen, welche Datentransfers konkret betroffen sind, Alternativen evaluieren und Anweisungen der zuständigen Datenschutzbehörden abwarten.

Das Urteil des EuGH unterstreicht den Stellenwert der rechtskonforme Nutzung von Daten. Datenschutz und Datensicherheit müssten konsequent und in alle Prozesse implementiert werden, so Niemann. Neben der Frage des Server-Standorts sei wichtig, wie und welche Daten erhoben und verarbeitet werden.

Handelt es sich beispielsweise um verhaltensbezogene Nutzerprofile oder werden die Daten mit Daten aus Social Media oder anderen Quellen zusammengeführt. „Hier herrscht beidseitig des Atlantiks ein sehr unterschiedliches Bewusstsein hinsichtlich der Datenschutzbelange" sagt Stefan von Lieven, CEO des Dialogmarketingspezialisten artegic AG. (hed)

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