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Web frißt Fernsehen - Eine Legende

Viele Fitnessgeräte sollen in heimischen Kellern still und heimlich vor sich "hinrosten". Droht den Heimcomputern ein ähnliches Schicksal? 61 Prozent aller privaten Haushalte in Deutschland sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit einem PC ausgestattet - doch nur jeder siebte Bundesbürger macht davon auch täglich Gebrauch. Eine knappe Mehrheit der Deutschen (53 Prozent) gibt ehrlich zu, den PC "vielleicht einmal jährlich", seltener oder gar nie zu Hause zu nutzen.
 
Der private Computer wird in erster Linie als Kommunikations- und Unterhaltungsmedium und nur gelegentlich als Informations- oder Einkaufsbörse genutzt, es gibt mehr "Gucker" als "Bucher". Lediglich ein Viertel der Bevölkerung hat bereits die Möglichkeiten des Online-Shoppings genutzt. Fast viermal so hoch ist mit 88 Prozent der Anteil der Bundesbürger, die den "realen" Einkaufsbummel bevorzugen. Mehr als zwei Drittel der Deutschen geben an, noch nie von Online-Shopping und E-Commerce-Angeboten Gebrauch gemacht zu haben. Die Internet-Revolution ist bei den meisten Verbrauchern nicht angekommen. Die "digitale Spaltung" in Deutschland bleibt bestehen und ist augenscheinlich weniger ein technisches als vor allem ein Bildungsproblem: Vom Homebanking machen gerade einmal 6 Prozent der Hauptschulabsolventen regelmäßig Gebrauch; der Anteil der Befragten mit Gymnasialbildung ist mit 26 Prozent mehr als viermal so hoch.
 
Auch im Jahr 2004 macht jeder zweite Deutsche vom Internet keinen Gebrauch. Die eifrigsten Internetnutzer sind - im Vergleich zur Generation 55plus (18 Prozent) - die jungen Leute im Alter bis zu 34 Jahren (73 Prozent), die den PC allerdings weniger als Informationsquelle, sondern vorwiegend als Unterhaltungsmedium nutzen, also zum "Chatten" oder Herunterladen von Spielen und Musik. Die Prognose amerikanischer Computerwissenschaftler - "Web frisst Fernsehen" - erfüllt sich in Deutschland nicht. Der PC als Tor zum Cyberspace ist im Vergleich zum Massenmedium Fernsehen ein Nischenmedium für die deutschen Verbraucher geblieben. Das Fernsehen hat nichts von seiner Attraktivität verloren. Die TV-Einschaltquoten bleiben stabil und die neuen Medien kommen zusätzlich hinzu.
 
Seit mehr als vierzig Jahren favorisieren die Deutschen beim Medienkonsum Fernsehen, Radiohören und Zeitunglesen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Zu den regelmäßigen Freizeitbeschäftigungen (mindestens einmal pro Woche) gehören nach wie vor Fernsehen (97 Prozent), Radiohören (91 Prozent) und Zeitunglesen (84 Prozent). Für die technischen Neuheiten auf dem Medienmarkt fehlt den meisten nicht nur das Geld, sondern auch die nötige Zeit. Die intensive Multimedia-Nutzung spart keine Zeit, wirkt eher als Zeitfalle und vereinnahmt die Zeitressourcen der Verbraucher. Daher treiben viele Menschen nach Feierabend lieber Sport oder gehen mit Freunden aus und bleiben nicht online allein zu Haus.
Quelle: BAT Freizeit-Forschungsinstitut; www.bat.de

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