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"Zu Gast bei Freunden" wird wörtlich genommen

WM-Dörfer, Gastronomie-Meilen und Ladenöffnungszeiten bis 22.00 Uhr: Die Fußball WM 2006 kann zum Open-Air-Festival in Deutschland werden und die Alltagsgewohnheiten der Deutschen verändern: "Out" ist "in"! Vom 9. Juni an spielt sich die Konsum- und Freizeitszene draußen vor der Tür oder um die Ecke ab. Jeder neunte Bundesbürger (11,5 Prozent) will das Wir-Gefühl live mit anderen vor der Großbildleinwand miterleben. Fast genauso viele (10,7 Prozent) entdecken die Kneipe als Gemeinschaftserlebnis bei Fußballübertragungen wieder. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (54 Prozent) will sich die Spiele mit Freunden Jeder siebte Fußballbegeisterte lädt Nachbarn ein oder lässt sich einladen. Fast jeder fünfte Fußballfan will das Ereignis allerdings möglichst "allein" genießen und während der Übertragung von niemandem gestört werden - auch nicht von dem eigenen Partner. Beim Fußball hat die Zweisamkeit offensichtlich ihre Grenzen. Gut ein Viertel der Bevölkerung will von dem sportlichen Mega-Event in Deutschland wenig wissen: "Interessiert mich nicht" sagen 34 Prozent der Frauen und 21 Prozent der Männer.
 
Ein Spiel der WM live im Stadion mitzuerleben, bleibt für viele Fußballfans ein Traum. Nur eine Minderheit der Deutschen (3,4 Prozent) gibt derzeit an, ein Ticket für die Spiele erworben zu haben. Hierbei entfallen doppelt so viele Karten auf Männer wie auf Frauen - ein Verhältnis, das im Bundesligaalltag noch extremer ausfällt. Bei Ticketpreisen bis zu 600 Euro muss man sich eine Karte aber auch leisten können. Mit steigendem Haushaltsnettoeinkommen steigt auch der Anteil der Karteninhaber. Innerhalb der Altersstruktur liegt der Anteil der jüngeren Stadiongänger (bis 34 Jahre: 6,2 Prozent) deutlich über dem der älteren Zuschauer (über 55 Jahre: 2 Prozent).
 
Bereits im Februar 2006 sagten 9,7 Prozent der Deutschen dass sie während der WM verreisen wollen. Die Annahme, diese Urlauber würde die WM nicht interessieren, erweist sich als falsch. Fast zwei Drittel von ihnen wollen auch zwischen Sonne, Strand und Meer die Spiele im Fernsehen verfolgen. Und wer arbeiten muss, will deshalb nicht auf das Mitfiebern verzichten. Immerhin 3,3 Prozent planen - meistens gemeinsam mit Kollegen - die Arbeit ruhen zu lassen und das Geschehen am Bildschirm zu verfolgen. Viele Arbeitgeber stellen Bildschirme auf und planen Events.
Quelle: BAT Freizeitforschungsinstitut; www.bat.de

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