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Studien


Der Handel in Europa

Einzelhandesumsatz europaweit (© GfK GeoMarketing) 

 Einzelhandesumsatz europaweit (© GfK GeoMarketing)

Der Einzelhandel in Europa muss weiter von schwierigen Rahmenbedingungen auszugehen. Wie auch der Arbeitsmarkt ist die Einzelhandelsbranche eher ein Nachzügler der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

 
Der Einzelhandelsumsatz in Europa inklusive Kroatien, Russland und der Türkei umfasst 2.764 Mrd. €. Er war 2009 in fast allen Ländern Europas rückläufig. Ausnahmen waren lediglich Belgien (+0,3%), Österreich (+2,1%) sowie die Schweiz (+6,0%) – wobei das hohe Wachstum bei den Eidgenossen im Wesentlichen wechselkursbedingt ist.
 
Bei allen Angleichungstendenzen, die in den letzten Jahren festzustellen sind, fällt auf, dass das Ausgabeverhalten der privaten Haushalte in Europa noch immer stark variiert. Besonders augenfällig ist dieser Sachverhalt am Beispiel von Frankreich und Deutschland: Frankreich hat mit gut 60 Millionen Einwohnern den annähernd gleichen Einzelhandelsumsatz wie die über 80 Millionen Konsumenten im benachbarten Deutschland.

Die niedrigsten Anteile des Einzelhandelsumsatzes an den privaten Konsumausgaben – mit Werten von unter 30% und weniger – finden sich in Italien, Deutschland und Griechenland. Mit 31% liegen Österreich, die Schweiz sowie die Slowakei geringfügig darüber. Demgegenüber ist die mit Abstand höchste Einzelhandelsquote für Russland (61%) festzustellen. Anteile von etwa 45% sind in Bulgarien, Estland, Ungarn, Kroatien sowie Slowenien zu registrieren. Die Ursachen für das unterschiedliche Ausgabeverhalten in Europa sind vor allem im unterschiedlichen Stand der wirtschaftlichen Entwicklung und des Wohlstandes, aber auch in den stark variierenden Einkaufskulturen und Lebensstilen zu sehen.
 
Für 2010 ist gegenüber dem Vorjahr eine merkliche Verbesserung der Einzelhandelskonjunktur zu erwarten. Für 2010 werden für insgesamt 14 europäische Länder wieder zunehmende nominale Einzelhandelsumsätze. Die positiven Entwicklungen in der Türkei (+ 8,5%) und Russland (+ 2,5%), den beiden Ländern mit dem höchsten nominalen Umsatzwachstum, werden jedoch durch eine relativ hohe Geldentwertung konterkariert. Die übrigen ‚Plus‘-Staaten verzeichnen nur ein geringes nominales Wachstum bis gut 2%.

Eine stagnierende Entwicklung um die 0-Linie wird für sechs Staaten erwartet – darunter auch die beiden großen Märkte Frankreich und Italien. Für immerhin 11 Staaten zeigt der Umsatzpfeil allerdings immer noch nach unten, darunter die großen Märkte Deutschland (-2,4%), Großbritannien (-1,3%) und Spanien (-1,5%). Klare Schlusslichter in der Umsatzerwartung für 2010 sind die beiden baltischen Staaten Litauen und Lettland. Die für Griechenland erwartete Umsatzveränderung von -2,5% steht unter dem Vorbehalt, dass zum Prognose-Zeitpunkt die konkreten Maßnahmen zur Bewältigung der griechischen Euro-Krise noch nicht absehbar waren.

Die Berechnungen zu Umsätzen und Kaufkraft erfolgten alle in Euro ausgehend vom durchschnittlichen Wechselkurs der Landeswährung im Jahr 2009 (laut EZB). Der Informations- und Datenstand ist März 2010 (d.h. der „Interim Forecast February 2010“ der EU-Kommission ging mit ein). Die gesamte Studie wurde von GfK GeoMarketing im Auftrag des ESCT (European Shopping Center Trust) durchgeführt und auf der ICSC-Tagung Ende April in Prag vorgestellt.
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