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Studien


Europa nach Brexit-Entscheidung

Die Brexit-Entscheidung ist gefallen, der erste Schock verdaut und eine erkennbar besorgte Stimmung macht sich in Europa breit, wie Ipsos bei einer Befragung in neun EU-Staaten erfahren konnte.
 
58 Prozent der EU-Staaten denken, der Brexit war eine schlechte Entscheidung für die EU, 55 Prozent glauben, für Großbritannien war die Entscheidung schlecht und die Hälfte der europäischen Befragten meinen, die Entscheidung sei für ihr eigenes Land falsch, so auch die Deutschen. Noch stärker herrscht diese Einschätzung allerdings in Polen (58 Prozent), Spanien und Schweden (beide 55 Prozent) vor. 39 Prozent der EU-Befragten gaben an, der Brexit stimme sie traurig, während 13 Prozent kundtaten, froh über die Entscheidung zu sein. Bei der Mehrheit der Befragten löst der Brexit allerdings weder Trauer noch Glücksgefühle aus. Unter den EU-Staaten ist in Schweden der Anteil der über den Austritt Traurigen (48 Prozent) am höchsten, während in Deutschland lediglich ein Drittel (34 Prozent) und in Frankreich (25 Prozent) nur ein Viertel der Befragten so fühlt.
 
Quelle: Ipsos 

 Quelle: Ipsos

Im Hinblick auf die Zukunftsaussichten, sorgt der Brexit unter den Befragten eher für Sorgen, als für Hoffnung: 46 Prozent der EU-Bürger gaben an, sie würden sich nach dem Brexit mehr Sorgen über die Zukunft machen, nur 15 Prozent sorgen sich weniger. Wieder bereitet der Austritt den Schweden den meisten Kummer (53 Prozent), während die Deutschen (42 Prozent), Spanier (42 Prozent) und Franzosen sich am wenigsten sorgen (31 Prozent). 53 Prozent der Bürger in den neun EU-Ländern befürchten durch den Austritt Großbritanniens negative Auswirkungen auf die Wirtschaft der EU, 54 Prozent denken, der Brexit wird die EU schwächen, und 47 Prozent glauben, er wird den Einfluss der EU in der Welt schwächen. Die Meinungen der einzelnen Länder unterscheidet sich jedoch stark: erwarten 64 Prozent der Polen und Briten, dass die EU geschwächt wird, denken das in Frankreich (37 Prozent) und Deutschland (43 Prozent) weit weniger.
 
Die Gefahr eines Domino-Effekts, bei dem es nach dem Brexit zu einer Austrittswelle unter den EU-Ländern kommt, halten inzwischen weniger Bürger für wahrscheinlich: im Durchschnitt glauben 41 Prozent der Befragten aus den verschiedenen EU-Ländern, andere Länder würden dem Beispiel Großbritanniens folgen, vor dem Referendum waren es noch 48 Prozent. Die Deutschen denken hier genauso. In Großbritannien hingegen sind inzwischen mehr Menschen davon überzeugt, andere Länder werden ebenfalls austreten (42 Prozent vor dem Referendum, 60 Prozent aktuell).
 
Gefragt nach der Zukunft der EU, malt ein Drittel (33 Prozent) der Befragten aus den Mitgliedsländern ein negatives Bild: Sie stimmen der Aussage zu, die EU werde 2020 weniger Macht besitzen. Zehn Prozent glauben sogar, die EU werde bis 2020 überhaupt nicht mehr existieren.
 
58 Prozent der Befragten in den EU-Ländern denken, der Brexit wird negative Auswirkungen auf die britische Wirtschaft haben. Die Einschätzungen unterscheiden sich innerhalb der Länder jedoch stark: glauben in Deutschland sieben von zehn (70 Prozent) an negative Folgen für Großbritannien, sind es in Italien nur vier von zehn Befragten (43 Prozent).
 
Diesem Muster folgend sind die Italiener auch am optimistischsten, wenn es um die gesamten Konsequenzen für Großbritannien geht: 41 Prozent gaben an, der Brexit würde das Vereinigte Königreich schwächen, ein Drittel glaubt, er würde das Land stärken. 64 Prozent der Deutschen und Spanier dagegen denken, der Austritt wird Großbritannien schwächen.
 
Wenig überraschend haben die Briten eine andere Ansicht dazu wie vorteilhaft die Austrittsvereinbarungen für Großbritannien sein sollten: Mehr als die Hälfte der Briten (56 Prozent) denkt, die EU sollte vorteilhafte Austrittsbedingungen anbieten, wohingegen nur ein Drittel (30 Prozent) der anderen Befragten aus EU-Ländern so urteilen. In Frankreich (19 Prozent), Belgien (20 Prozent) und Deutschland (25 Prozent) denken die wenigsten der Austritt sollte vorteilhaft für Großbritannien verhandelt werden. Knapp vier von zehn (39 Prozent) Franzosen wünschen sich sogar nachteilige Bedingungen für das Vereinigte Königreich.
 
Insgesamt wurden im Rahmen dieser Studie 12.525 Interviews durchgeführt unter Personen zwischen 16 und 64 Jahren (USA und Kanada: 18-64). Feldzeit: 24. Juni bis 8. Juli 2016. Die Studie wurde über das Ipsos Online Panel in 16 Ländern durchgeführt. Die vorliegende Presse-Informationen befasst sich mit den Ergebnissen aus den neun EU-Ländern:  Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Schweden, Spanien, Ungarn. Außerhalb der EU wurde befragt in: Australien, Indien, Japan, Kanada, Russland, Südafrika, USA.

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