ANZEIGE
Folgen Sie uns:
planung & analyse GmbH auf facebook.de planung & analyse auf twitter.de planung & analyse GmbH auf google+ planung & analyse GmbH auf xing

Studien


Europaskepsis nimmt zu

Die Diskussion um die wirtschaftliche Situation Griechenlands und die Flüchtlingswelle hat die Einstellung der Bevölkerung zu Europa verändert. Dies ergab eine Umfrage in 15 Ländern Europas durch das Marktforschungs-Netzwerk WIN/Gallup Ende vergangenen Jahres.

Foto: Hiero/Pixelio 

 Foto: Hiero/Pixelio

Die Tendenz zur Europakritik, die bereits im Vorjahr zu beobachten war, setzte sich laut der Studie im Jahr  2015 fort. 28 Prozent aller Europäer fühlen sich weiter entfernt von Europa, lediglich 17 Prozent fühlen sich Europa näher als vor Jahresfrist. Auch ein Viertel der Deutschen, darunter eher Männer als Frauen, zeigte größere Distanz zu Europa. Überraschen mag jedoch auch der leichte Anstieg der Identifikation mit Europa im Vergleich zum Vorjahr. Für Deutschland um sechs Prozent und für Gesamteuropa um drei Prozent.

Im Ländervergleich bleibt Griechenland weiterhin Spitzenreiter unter den Europa-Skeptikern, allerdings stieg auch die Zahl der Distanzierten in Italien von 21 Prozent auf 39 Prozent deutlich an. Dies gilt gleichermaßen auch für die Niederlande und Belgien. In Großbritannien ließ sich ein leichter Rückgang der Europakritik festmachen. Eine gestärkte Europaverbundenheit zeigen Finnland, Dänemark und Spanien, wobei in Finnland auch die Entfernung zu Europa deutlich zugenommen hat.
quelle: WIN/GALLIP/Produkt+Markt 

 quelle: WIN/GALLIP/Produkt+Markt


Auf die Frage, ob sie am nächsten Tag in einer Volksabstimmung für den Austritt oder den Verbleib ihres Landes in der Europäischen Union votieren würde, ist die Zustimmung bei der deutschen Bevölkerung auf einem gleichbleibend hohen Level von 73 Prozent anzusiedeln, wobei wie 2014 das Bildungsniveau eine wichtige Rolle bei dieser Entscheidung spielt. So sprechen sich lediglich um die 21 Prozent der Befragten mit Abitur oder Universitätsabschluss für einen Austritt aus der EU aus, bei einem niedrigeren Abschluss waren es im Mittel 36 Prozent.

Europaweit lässt sich insgesamt ein positiver Trend erkennen – für einen Verbleib votieren 4 Prozentpunkte mehr, wenn es für ein Verlassen auch 2 Prozentpunkte sind. Besonders in Spanien finden sich aktuell deutlich mehr Personen, die einem Verbleib in der EU zustimmen: von 65 Prozent auf 79 Prozent, ein Zeichen für das Überwinden der Krise? Ähnliches zeigt sich auch in Griechenland: ein Zuwachs von 9 Prozentpunkten (62 Prozent zu 53 Prozent) und Frankreich mit einem Zuwachs von 12 Prozent baut sicherlich auf weitere Unterstützung im Kampf gegen den Terror.

Was die Zustimmung zum Euro betrifft, ließ sich in der durchgeführten Befragung ein Anstieg von 47 Prozent (2014) auf 55 Prozent feststellen. Die Präferenz der D-Mark ist auf 38 Prozent gesunken. Wiederum sind es eher die Personen mit höheren Bildungsabschlüssen, die den Euro bevorzugen. Gesamteuropäisch geht die Tendenz eher in Richtung nationaler Währungen. Insbesondere Länder, die nicht mit dem Euro bezahlen, würden ihrer Währung treu bleiben. Wohingegen Finnland, Irland und Spanien die größte Zustimmung zum Euro zeigen. (pua)

Produkt + Markt hat eine national repräsentative Stichprobe erhoben und im November 2015 1.000 Personen ab 16 Jahren online zu ihrer Haltung gegenüber Europa befragt. Die Studie ist Teil einer gemeinsamen Umfrage, die vom WIN/GIA Netzwerk in 15 europäischen Ländern durchgeführt wurde. Insgesamt wurden 14.471 Menschen befragt, jeweils repräsentativ für ein einzelnes Land. Die ausgewiesenen Werte für Europa wurden entsprechend der Ländergrößen gewichtet und zu einem europäischen Gesamtwert zusammengeführt.
Nähere Informationen Produkt+Markt finden Sie online im p&a Handbuch der Marktforschung. Firmenprofil >>

Facebook Twitter Google LinkedIn Xing RSS Email