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Studien


Neue deutsche Lebenswelt

Die Sociomilieus 2010 

 Die Sociomilieus 2010

Die altbekannten Milieus werden abgelöst, die Postmoderne ist überholt und die Suche nach Sicherheit und Geborgenheit im Zeitalter der Krisen rückt in den Mittelpunkt des Seins.
 
Die „Krise“ ist für 5 Millionen der über 14-Jährigen (8% der Bevölkerung) allgegenwärtig: die weltpolitische Krise (verstärkt seit dem 9. September), die Internet-Start-Up-Blase, die demografischen Krise, die Krise des Sozialstaats, die Klimakrise und aktuell die Finanzkrise. Isabel de Magalhães von Sociodimensions, dem die Studie durchführenden Institut, führt aus: „Eine deutliche Skepsis gegenüber großen Lösungen macht sich vor allem in der jüngsten Generation breit. Sie ist zwar mit dem Computer und dem weltweiten Internet groß geworden, aber unsere Interviews zeigen: diese Menschen haben eine große Sehnsucht nach Sicherheit und Geborgenheit.“
 
Die aktuelle Krise zeigt einmal mehr die Begrenztheit steten Wachstums auf und verdichtet einen längerfristigen Trend, den die Forscher schon vor der Krise wahrnahmen: Die gesellschaftliche Dominanz des „Anything Goes“ der Postmodernen beginnt abzunehmen. Was diesen grenzenlose Entfaltungsmöglichkeiten mit einem befreienden Gefühl von Macht und Stärke bedeutete, wird von der seit der Jahrtausendwende heranwachsenden Generation als selbstverständlich gegeben angesehen: Globalisierung und Internet einerseits, aber eben auch permanente Krisen und die Bedrohung des eigenen sozialen Status andererseits.
 
Mit dem Entstehen neuer und in Zukunft noch wachsender Milieus sinkt umgekehrt der Anteil der Milieus mit traditionellen Orientierungen. Die überwiegende Zahl dieser Menschen ist mittlerweile älter als 75 Jahre. Nur noch 15% der Bevölkerung gehören der Gruppe der Vor-68er an. Die Rückkehr von Werten wie Glück, Geborgenheit, Verbindlichkeit stärkt scheinbar die etablierten und bürgerlichen Milieus und schwächt die Bedeutung von Erlebnisorientierung und Spaßgesellschaft.
 
Das neue Milieu der ‚Jungen Navigatoren‘ (d. h. die heute unter-25-Jährigen, die nach 2000 groß Gewordenen): Nicht mehr alles austesten, kein Erwartungsdruck mehr, die Elterngeneration zu übertrumpfen – sie verspüren jedoch den Druck nur mit Höchstleistungen einen annerkannten Platz in der Gesellschaft erreichen zu können. Auf den ersten Blick paradox erscheine es, dass gerade das Internet ein Instrument für die Suche nach Geborgenheit werde. Das tägliche Aufrufen der sozialen Netzwerkseiten sei nichts anderes als eine Vergewisserung des „Seid ihr, meine Freunde, noch alle da?“ in den Zeiten des globalen Dorfes. Die „jungen Navigatoren“ suchen ihren Weg durch die Unübersichtlichkeit einer fragmentierten Wirklichkeit, ohne Anspruch auf einen geradlinige Kurs.
 
Das Basis-Modell wurde auf der Grundlage von 2.000 in einer Repräsentativstudie Befragten und zahlreichen Tiefen-Interviews entwickelt. Das Modell bezieht Generationen, die durch gemeinsame historisch-kulturelle Erfahrungen geprägt wurden, aktiv in die Analyse ein und erlaubt dadurch die Identifizierung von Submilieus sowie die Prognose mittelfristiger Trends.
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