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Studien


Nur ein Fünftel der Österreicher verfügt über ein sehr hohes Moralgefühl

Was ist moralisch ok - und was nicht? 

 Was ist moralisch ok - und was nicht?

Die Moral lässt zum Teil beträchtlich zu wünschen übrig. Bei einer Marktforschungsstudie in Österreich zeigte sich, dass Schummeln bei Prüfungen auf breiter Basis in Ordnung ist (51%), genauso wie Schwarzarbeit beim Hausbau (42%). Für Bauunternehmer allerdings, die Arbeiter schwarz beschäftigen, legt man einen sehr hohen moralischen Maßstab an. Dieser gesetzliche Verstoß ist nur für 6% okay und fast jeder Österreicher (91%) plädiert für eine Bestrafung (65% für eine harte und 26% für eine milde Strafe).
 
Was aber ist Moral eigentlich? Es stellt immer eine Bewertung von Handlungen dar. Diese Bewertung basiert auf den ethischen Maximen (Prinzipien oder Regeln), die eine Kultur für den inneren Zusammenhalt einer Gesellschaft erstellt. Anhand dieser ethischen Maximen sind die Handlungen von Einzelnen oder von Gruppen entweder gut oder verwerflich, das heißt moralisch oder unmoralisch.
 
Steuerhinterziehung ist offensichtlich für viele ein Kavaliersdelikt, denn ein Viertel der Österreicher (25%) stellt Betrügen bei der Steuererklärung straffrei. Im selben Ausmaß wird auch Versicherungsbetrug toleriert (24%). Man könnte meinen, wenn einem der Staat zu viel Geld aus der Tasche zieht oder wenn man den Eindruck hat, man zahlt ohnedies zu viel in den Prämientopf ein, dann fühlt man sich berechtigt zu betrügen. Nach dem Motto: Kleinere Gaunereien bedrohen das Selbstbild nicht, denn das machen sowieso alle.
 
Wenig Verständnis hat man dagegen für Diebstahl. Das heißt, dass die unrechtmäßige Entwendung von fremdem Eigentum als zutiefst unmoralisch angesehen wird. Nur 11% wollen es durchgehen lassen, wenn Konsumenten beim Lebensmittelkauf auch nur Kleinigkeiten mitgehen lassen, und fast neun von zehn Österreicher (86%) fordern eine harte bzw. milde Bestrafung. Wenn man allerdings die Superreichen bestiehlt, dann wird die Moral etwas aufgeweicht. In diesem Fall sind es 19%, die den Diebstahl nicht ahnden wollen, quasi nach dem Motto „den Superreichen darf man was wegnehmen, die haben sowieso so viel“. Dem steht entgegen, dass drei Viertel (75%) eine Bestrafung auch beim Bestehlen von Superreichen für gerechtfertigt halten.
 
Als moralisch am bedenklichsten wird die Zahlung von Schmiergeldern angesehen. 89% der Bevölkerung fordern uneingeschränkt eine Bestrafung (75% eine harte und 14% eine milde Strafe).
 
Gemessen anhand der vorgestellten „verwerflichen“ Verhaltensweisen zeigt sich nur ein Fünftel (21%) der Bevölkerung als moralisch erhaben. Für dieses Fünftel sind alle überprüften Verhaltensweisen unmoralisch und daher zu bestrafen. Ein Drittel besitzt ein hohes Moralgefühl und toleriert Straffreiheit bei nur ein bis zwei Verhaltensweisen. Bei einem weiteren knappen Drittel (29%) kann man nur mehr von einem bedingten Gefühl für Moral sprechen. Für dieses Segment sind drei bis vier der Handlungen nicht strafbar und daher moralisch in Ordnung. Und 17% der Österreicher haben herzlich wenig Gefühl für das, was als moralisch gilt, denn sie stellen mehr als fünf der Verhaltensweisen straffrei.
 
Spectra Marktforschung hat 1.000 Personen, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 15 Jahren, in persönlichen Interviews befragt.
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Quelle: Spectra

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