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Studien


Secondhand-Markt gewinnt Reichweite

Die Verbraucher denken um - Internet- und Secondhand-Käufe sind beliebt (Quelle: obs/Commerz Finanz GmbH) 

 Die Verbraucher denken um - Internet- und Secondhand-Käufe sind beliebt (Quelle: obs/Commerz Finanz GmbH)

Neben den klassischen Formen des Einkaufens rücken andere Konsumpraktiken stärker in den Fokus: Gebrauchtkäufe, „Click & Collect“ oder das Ausleihen, Tauschen oder Teilen von Produkten. Zu diesem Ergebnis kommt das Europa Konsumbarometer 2015 der Commerz Finanz GmbH.
 
Fast jeder dritte Verbraucher (62 %) ist überzeugt, dass sich seine Art des Kaufens in den vergangenen fünf Jahren weiterentwickelt hat. Ein Großteil greift dabei stärker auf das Internet und mobile Technologien zurück (73 %). Lediglich 15 Prozent der Europäer bestellen keine Neuwaren online. Bei „Click & Collect“ und Neukäufen im Internet ist der Zeitgewinn der entscheidende Grund für die Wahl dieser Konsumoptionen - noch vor oder gleichauf mit dem Preis. Kaufen die Verbraucher im stationären Handel, möchten sie sich vor Ort von der Qualität des Produkts überzeugen. In diesem Punkt heben sich die Geschäfte von anderen Konsumkanälen ab. Nur sieben Prozent der Europäer shoppen aus Qualitätsgründen im Internet. Hinsichtlich der Komplementarität von Online- und Offline-Handel ist dies eine gute Nachricht. Vor allem die unter 45-Jährigen wollen das Internet künftig stärker für Gebrauchtkäufe, „Click & Collect“, das Ausleihen, Tauschen oder Teilen von Produkten nutzen.
 
Mit dem Kauf im Geschäft verbinden die Europäer auch Konsumlust. Die Freude am Kauf scheint nach wie vor fest mit dem Shopping im traditionellen Handel verankert zu sein und wird als zweitwichtigster Konsumgrund genannt.
 
Der Secondhand-Markt als Weiterverkaufs- oder Einkaufsmöglichkeit gewinnt deutlich an Reichweite. Drei von fünf Europäern beteiligen sich als Verkäufer, zwei von drei Europäern als Käufer. Ein gutes Viertel (27 %) bestätigt, „häufiger als früher" auf gebrauchte Produkte zurückzugreifen. Der Verkauf gebrauchter Gegenstände im Internet ist vor allem bei den unter 45-Jährigen beliebt. Etwa jeder Zweite verkauft gebrauchte Gegenstände oder Bekleidung online. Hauptmotive für die Wahl dieser Konsumoption sind in erster Linie wirtschaftliche Gründe, gefolgt von Platzmangel oder einer seltenen Nutzung. Ein weiterer Aspekt sind häufige Modellwechsel sowie Produktinnovationen.
 
„Das zunehmende Bedürfnis nach Abwechslung und ein schnell wechselndes Angebot im Handel führen zu immer kürzeren Wiederkaufszyklen. Viele Konsumenten haben daher selbst für hochwertige Produkte in gutem Zustand keine Verwendung mehr", kommentiert Prof. Dr. Susanne Wigger-Spintig von der Hochschule für angewandte Wissenschaften München. „Das ist wiederum für diejenigen interessant, die sich mit dem Qualitätsniveau der Secondhand-Ware zufriedengeben und sich entweder nicht mehr leisten können oder wollen."
 
Soweit ein Auszug aus dem Europa Konsumbarometer 2015 der Commerz Finanz GmbH. Für die aktuelle Studie wurden  mehr als 8.700 Europäer nach ihren Konsumgewohnheiten gefragt.
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